und leise Nachtwinde sanft zieh'n,
da lebte einst ein Bärchen klein,
mit Fell so weich wie Mondenschein.
Der Bär hieß Bruno, lieb und rund, er summte Lieder, Stunde um Stund'. Wenn abends leis der Himmel lacht, sprach Bruno: „Zeit für Gute Nacht."
Doch heute war es sonderbar, der Mond versteckt, kein Sternlein da. Der Wald war still, fast viel zu leis, kein Zirpen klang, kein Glühwürmchen-Kreis.
„Wo seid ihr hin?", fragt Bruno sacht, „wer passt heut auf die Träume acht?" Er tappte los auf Pfoten klein, der Weg war schmal, der Wald so fein.
Da raschelte es – „Piep! Piep! Piep!" Ein Mäuschen, das sich leise rieb. „Ich such den Mond", sprach es ganz klein, „ohne ihn schlaf ich einfach nicht ein."
„Dann komm mit mir", sprach Bruno froh, „zu zweit finden wir ihn so." Sie gingen weiter, Schritt für Schritt, der Wald ging sanft im Dunkel mit.
Ein Häschen hoppelte flink herbei, die Ohren lang, die Nase frei. „Habt ihr den Mond vielleicht geseh'n? Ich kann ohne ihn nicht schlafen geh'n."
So wurden sie ein Grüppchen drei, und bald kam noch die Eule herbei. Sie flog ganz leis auf weichem Wind, beschützend wie ein Schlaflied klingt.
„Der Mond", sprach sie, „ist heut versteckt, weil niemand ihn zum Lächeln weckt." Die Tiere schauten sich erschrocken an, „Was müssen wir tun?", fing Bruno an.
Da hörten sie ein leises Klingen, als würde fern ein Glöckchen singen. Ein Licht erschien, so warm, so rund – doch plötzlich war es wieder verschwund'…
Und gerade als Bruno nach vorne sah, fragte er sich: Ist der Mond wirklich noch da?