Der kleine Biber und das Schlaflied vom Fluss

Biber Bo kann nicht einschlafen, weil das Plätschern des Flusses ihn wach hält – bis er lernt, richtig zuzuhören

Der kleine Biber und das Schlaflied vom Fluss

Am Fluss, der leise Wellen zählt, wo Schilf im Abendlichte steht, da lebte Bo, ein Biber klein, mit braunem Fell und Schwanz aus Stein.

Er baute Dämme, stark und klug, den ganzen Tag mit frohem Zug. Doch wenn der Abend leiser wird und Nacht sich sanft ans Ufer schmiegt,

dann lag Bo wach in seinem Bau, der Mond schien hell, der Himmel blau. Der Fluss rauschte leis, doch viel zu laut, als dass der Schlaf sich richtig traut.

„Ich bin so müde", seufzte Bo, „doch mein Kopf denkt immer so." Er hörte Plätschern, Tropf um Tropf, die Gedanken hüpften in seinem Kopf.

Da schwamm ein Fisch ganz langsam her, die Flossen ruhig, das Auge leer. „Warum bist du noch wach, mein Freund? Die Nacht ist doch zum Ruhen gemeint."

„Der Fluss singt laut", sprach Bo ganz sacht, „er hält mich wach die halbe Nacht." Der Fisch lächelte mild und fein: „Vielleicht hört er dir zu – hörst du hinein?"

Bo legte sich ans Ufer still, hörte dem Wasser, weil er will. Da kam ein Reiher, groß und grau, stand ruhig da im Morgentau.

„Der Fluss", sprach er mit leisem Blick, „singt jedem sein eigenes Stück. Doch nur wer still ist, ganz genau, hört daraus ein Schlaflied – genau."

Bo lauschte tiefer, ganz bedacht, ließ los den Tag, ließ los die Macht. Da änderte sich Klang und Ton, der Fluss sang anders als zuvor.

Ein Summen, weich wie warmer Sand, zog leis an Bos Gedankenrand. Doch gerade als er ruhiger lag, wurde das Lied ganz leis und schwach.

„Nein, bleib doch da", flüsterte Bo, doch das Lied zog weiter – irgendwo. Der Fluss rauschte wieder, wie zuvor, und Bo war plötzlich wieder wach …

Ob der kleine Biber das Schlaflied wiederfindet, wenn er noch stiller wird und nichts mehr bindet?

⭐ 🌙 ✨
Werbung
Google AdSense Anzeigenblock (responsive)

Bo schloss die Augen, ohne Zwang, ließ treiben jeden Tagesdrang. Er atmete tief, ganz ruhig ein, ließ Wasser Wasser einfach sein.

Der Mond stand still, der Reiher auch, kein Blatt bewegte seinen Hauch. Der Fisch schlief ein im Fluss so sacht, die Nacht hielt still die ganze Wacht.

Da hörte Bo, ganz leis und fein, das Schlaflied wieder in sich rein. Es kam nicht laut, es kam nicht schnell, es war ganz warm und nicht mehr hell.

Der Fluss sang nun wie eine Schaukel, hin und zurück, so weich, so lauschig. Bos Gedanken wurden rund und klein, wie Kieselsteine im Sonnenschein.

Er kuschelte sich in seinen Bau, der Damm hielt fest, der Schlaf kam genau. Das Lied floss weiter, ganz allein, doch Bo war längst im Traumland sein.

Der Reiher flog, der Fisch blieb still, der Fluss tat weiter, was er will. Doch für den kleinen Biber nun war Nacht nur noch gleich sanftem Ruh'n.

Und wenn du abends etwas hörst,
das dich am Schlafen manchmal stört,
dann denk an Bo am Fluss so klein
und lass das Hören ruhig sein.

Denn manchmal wird aus jedem Ton
ein Schlaflied – hört man lange genug schon.

🌟 Gute Nacht 🌟

Und so schläft Bo sanft zum Schlaflied des Flusses ein ✨

✨ ✨ ✨
Werbung
Google AdSense Anzeigenblock (responsive)
💡 Gesprächsanregung für Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Gibt es Geräusche, die dich manchmal wach halten?
• Wie könnte man aus störenden Geräuschen etwas Beruhigendes machen?
• Welche Tiere haben Bo geholfen?
• Was bedeutet es, „dem Fluss richtig zuzuhören"?
• Möchtest du auch mal ganz still lauschen, wie Bo es gemacht hat?

Werbung
Google AdSense Anzeigenblock (728x90 oder responsive)