wo Silberlicht die Nacht umspannt,
da lebte Lumo, ein Fuchs so klein,
mit Augen hell wie Sternenschein.
Sein Fell war weich, sein Schritt ganz leis, er kannte jeden Nachtwindkreis. Doch wenn der Abend kommen wollt', war Schlaf nicht immer ihm wohlgesinnt.
„Ich bin so müd", sprach Lumo sacht, „und doch bleib ich schon wieder wach." Er drehte sich im Moos hin und her, der Mond schien hell – doch Schlaf blieb leer.
Da hörte er ein leises Summen, als würd' ein Schlaflied leise brummen. Ein Käuzchen saß auf einem Ast, es blinzelte und sprach ganz fast:
„Der Schlaf verirrt sich manchmal sehr, doch finden kann man ihn – oh ja, oh sehr. Man muss nur suchen, ohne Eile, und teilen Ruhe eine Weile."
Lumo nickte, stand langsam auf und machte sich leis auf den Lauf. Der Weg war still, der Wald ganz weit, getaucht in sanfte Dunkelheit.
Am Bach traf er den Otter klein, der planschte noch im Mondenschein. „Schlafen?", lachte der Otter sacht, „der kommt, wenn man ihn nicht bewacht."
Ein Reh stand still am Waldesrand, wie aus dem Dunkel ausgespannt. „Der Schlaf", so sprach es weich und mild, „kommt gern, wenn alles ruhig wird."
So zog der kleine Mondfuchs fort, von Tier zu Tier, von Ort zu Ort. Doch nirgendwo, so sehr er sucht, hatte er den Schlaf verbucht.
Bis plötzlich hinter einem Stein ein Glühen schien – nicht groß, doch fein. Es flackerte, verschwand, erschien, als wollt' es leise weiterzieh'n.
Lumo blieb stehen, Herz ganz sacht, „Ist das der Schlaf in dieser Nacht?" Er setzte einen Schritt nach vorn … da war das Leuchten schon verlor'n.
Und Lumo fragte sich ganz leis, ob er den Schlaf wohl jemals weiß …