In der zweiten Klasse fragte Herr Mayer einmal: „Was macht euch besonders?"
Finn sagte: „Ich kann sehr schnell rennen." Lena sagte: „Ich kenne alle Vogelarten in unserem Park." Jemand sagte: „Ich habe eine Katze." Das war vielleicht nicht ganz das, was Herr Mayer gemeint hatte, aber er nickte trotzdem freundlich.
Der Lernolotl sagte nichts. Er dachte nach.
Was machte ihn besonders? Er konnte sehr viele Fakten über Axolotl. Er konnte Muster in Zahlenreihen erkennen, die andere übersahen. Er vergaß nie, was jemand wirklich gesagt hatte — auch nicht drei Wochen später.
Aber er wusste auch, was ihn anders machte, und das war nicht immer das Gleiche wie besonders. Er mochte keine unerwarteten Planänderungen. Er hörte Dinge, die andere scheinbar gar nicht wahrnahmen — das Summen der Heizung, das Kratzen von Stühlen auf dem Boden. Er verstand manchmal nicht, warum alle lachten, wenn jemand einen Witz machte, der ihm nicht witzig vorkam.
Bin ich falsch eingestellt?, fragte er sich manchmal. Wie ein Radio, das nicht ganz auf dem richtigen Sender ist.