Es war ein ganz normaler Dienstag.
Nichts war passiert. Wirklich nichts. Der Morgenkreis war okay gewesen. Das Frühstück war okay gewesen. Ben und er hatten gebaut, und das hatte Spaß gemacht.
Und dann saß der Lernolotl in der Leseecke mit einem Buch über Insekten, und plötzlich liefen ihm Tränen über das Gesicht.
Er schaute nach oben. Er schaute nach unten. Er wischte die Tränen weg. Sie kamen wieder.
Er verstand es nicht.
Nichts hatte wehgetan. Niemand war gemein gewesen. Das Buch war sogar schön — es hatte Bilder von Schmetterlingen drin. Und trotzdem weinte er.
Das war das Schlimmste: er konnte es nicht erklären. Wenn jemand fragte, würde er sagen müssen: Ich weiß nicht. Und das klang falsch, weil man doch einen Grund braucht für Tränen — das dachte er jedenfalls.
Er versuchte, mit dem Weinen aufzuhören. Er zählte im Kopf: eins, zwei, drei, vier — Schmetterlinge haben vier Flügel, nicht sechs wie andere Insekten — fünf, sechs.
Die Tränen hörten nicht auf.