Das Training begann immer gleich: drei Runden um das Hallenviereck.
Der Lernolotl kannte die Runden auswendig. Er wusste, wie viele Schritte es von der linken Wand zur rechten waren. Er wusste, wo der Boden ein bisschen quietschte. Er wusste, wie der Schweiß nach zwanzig Minuten riecht.
Was er auch wusste: Er kam immer als Letzter an.
Nicht knapp. Nicht „oh, das war nah dran." Wirklich als Letzter. Wenn die anderen schon in der Mitte standen und Wasser tranken, war er noch bei der letzten Kurve.
Timo lief immer zuerst durch. Timo lief schnell, weil er schnell war — so einfach war das, dachte der Lernolotl. Nora kam meistens als dritte oder vierte an. Nora machte dabei immer denselben Gesichtsausdruck: ernst, konzentriert, ruhig.
Der Lernolotl versuchte schneller zu sein. Er hatte es drei Wochen lang probiert. Er hatte morgens alleine Runden auf dem Schulhof gedreht. Er hatte gezählt, ob die Schritte mehr wurden.
Sie wurden mehr. Aber er war immer noch der Letzte.