Mila war ein Mädchen, das sehr genau wusste, was sie mochte – und was nicht. Sie mochte rote Äpfel lieber als grüne, sie mochte große Stücke lieber als kleine, und sie mochte es, wenn Dinge gerecht verteilt wurden. Besonders dann, wenn es um sie selbst ging.
An diesem Nachmittag ging Mila mit ihrem Opa spazieren. In seiner Tasche hatte er einen Apfel dabei. Als sie sich auf eine Bank setzten, holte der Opa den Apfel hervor und schnitt ihn in zwei Stücke. Das eine Stück war deutlich größer als das andere.
Mila schaute genau hin. Ihr Bauch spannte sich an. Warum ist das Stück nicht gleich groß?, dachte sie. Das ist unfair.
Der Opa reichte Mila das kleinere Stück und behielt das größere für sich. Mila nahm es, aber ihre Hand fühlte sich schwer an. Der Apfel schmeckte süß, doch Mila kaute langsam. In ihrem Kopf drehte sich alles um das größere Stück.
Sie sah den Opa an, wie er ruhig aß und in die Bäume schaute. Er wirkte zufrieden. Mila dagegen fühlte sich innerlich unruhig. Etwas fehlte.