Kinder fühlen viel. Oft mehr, als sie sagen können. Manchmal kommen Gefühle leise, manchmal plötzlich und laut. Manche fühlen sich leicht an, andere schwer.
Angst, Wut, Traurigkeit, Freude, Einsamkeit, Eifersucht, Unsicherheit, Mut, Geduld, Dankbarkeit, Frustration und Enttäuschung – sie alle gehören zum Menschsein. Sie sind keine Fehler und keine Schwächen. Gefühle sind Signale. Sie erzählen etwas über Bedürfnisse, Grenzen, Wünsche und Hoffnungen.
Die Geschichten in diesem Buch laden Kinder ein, Gefühle zu erkennen, zu benennen und zu erleben – in einem sicheren, ruhigen Rahmen.
Erwachsene spielen dabei eine besondere Rolle: Als Menschen, die zuhören, aushalten, benennen und da bleiben. Oft braucht es keine Lösung. Oft reicht Präsenz.
Jedes Gefühl hat seine eigene Geschichte. Wähle eine Geschichte aus, die berührt, tröstet und begleitet
Gefühle brauchen keine Lösung – sie brauchen Raum.
Diese Geschichten wollen nichts „wegmachen". Sie laden ein zum Erkennen, Benennen und Aushalten. Lesen Sie vor, wenn ein Gefühl gerade da ist – oder auch einfach so, in ruhigen Momenten.
Vielleicht wird Ihr Kind nach dem Vorlesen still. Vielleicht stellt es Fragen. Vielleicht möchte es erzählen. Vielleicht auch nicht. Vertrauen Sie darauf: Etwas darf wirken, auch ohne Worte.