Hannah war ein kleines Mädchen mit lockigen Haaren und einer großen Vorliebe für sonnige Tage. Sie liebte es, draußen zu spielen, über Pfützen zu springen und mit Kreide bunte Bilder auf den Boden zu malen. Doch an diesem Morgen war alles anders. Als Hannah aufwachte, trommelte der Regen laut gegen das Fenster. Der Himmel war grau, und das Licht im Zimmer fühlte sich matt an.
Hannah setzte sich aufrecht in ihr Bett. In ihrer Brust war es schwer, als hätte sich ein kleiner Stein dort versteckt. Sie wusste selbst nicht genau, warum sie traurig war. Vielleicht, weil sie heute eigentlich mit ihrer Freundin spielen wollte. Vielleicht, weil der Regen alles langsamer machte.
Beim Frühstück rührte Hannah lustlos in ihrem Müsli. Mama setzte sich zu ihr. „Du bist heute ganz still", sagte sie leise.
Hannah zuckte mit den Schultern. „Ich fühle mich komisch", murmelte sie.
Mama nickte. „Manchmal fühlt sich Traurigkeit genau so an. Wie ein schwerer Regentag im Bauch."
Hannah schaute aus dem Fenster. Die Regentropfen liefen langsam die Scheibe hinunter. Genau so fühlte es sich auch in ihr an – langsam, schwer und leise.