Noah war ein ruhiger Junge, der gern baute. Mit Bauklötzen, mit Stöcken, mit allem, was er finden konnte. Er mochte es, wenn jemand neben ihm saß, auch wenn sie nicht redeten. Dann fühlte er sich sicher.
An diesem Wochenende jedoch waren viele Dinge anders. Seine Eltern mussten arbeiten, seine Schwester war bei einer Freundin, und Noah blieb zu Hause bei seinem Opa. Der Opa war freundlich, aber er las viel Zeitung und sprach nicht besonders viel.
Am Samstagmorgen baute Noah allein im Wohnzimmer einen hohen Turm. Er wurde höher und höher. Doch niemand sah zu. Niemand sagte etwas. Noah schaute kurz zur Tür, dann wieder auf seinen Turm.
Ein leises, schweres Gefühl legte sich in seine Brust. Es war nicht Traurigkeit. Es war etwas anderes. Etwas Leeres. Noah setzte sich auf den Boden und zog die Beine an.
Alle sind beschäftigt, dachte er. Niemand braucht mich gerade.
Der Tag zog sich. Die Uhr tickte laut. Noah spürte: Er war allein – und es fühlte sich einsam an.