Maja Maus und der große Knall

Maja ist eine kleine Maus, die Pläne liebt. Als ihr Bruder Paul versehentlich ihre vorbereitete Malerei ruiniert, macht es in Majas Kopf einen lauten KNALL. Die Wut schießt in ihr hoch wie ein Blitz. Mama Maus zeigt ihr, dass Wut einen sicheren Platz braucht – und dass manchmal aus einem Missgeschick etwas ganz Neues entstehen kann.

Maja Maus und der große Knall
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Maja war eine kleine Maus mit glänzenden Augen und einem sehr ordentlichen Kopf. Sie lebte mit ihrer Familie in einem gemütlichen Bau unter einer alten Eiche. Maja liebte Pläne. Sie liebte es, Dinge Schritt für Schritt zu machen, genau so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Wenn etwas nach Plan lief, fühlte sich Maja ruhig und zufrieden.

An diesem Nachmittag hatte Maja etwas ganz Besonderes vor. Sie wollte ein großes Bild malen. Schon am Morgen hatte sie darüber nachgedacht, welche Farben sie benutzen wollte. Das Papier lag bereit, die Pinsel waren sauber, und die Farbtöpfe standen ordentlich nebeneinander. In Majas Bauch fühlte sich alles ruhig an.

Gerade als sie den ersten Pinselstrich machen wollte, hörte sie schnelle Schritte. Ihr kleiner Bruder Paul lief in den Raum. Er schaute sich neugierig um, blieb hängen – und stolperte. Das Glas mit der roten Farbe fiel um und ergoss sich über das Papier.

In Majas Kopf machte es plötzlich einen lauten KNALL. Ihr Herz schlug schnell, ihre Ohren wurden heiß, und ihre Pfoten ballten sich fest zusammen. „Nein!", schrie sie laut. „Jetzt ist alles kaputt!"

Maja spürte, wie die Wut in ihr hochschoss wie ein Blitz. Sie wollte schreien, alles wegschieben und davonlaufen. Gleichzeitig sah sie, wie ihr Bruder erschrak und zu weinen begann. Das machte Maja noch wütender – und gleichzeitig fühlte sie sich plötzlich ganz schwer.

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Mama Maus kam sofort dazu. Sie kniete sich zu Maja und sprach ruhig, obwohl Majas Wut noch sehr groß war. „Ich sehe, wie stark deine Wut gerade ist", sagte sie. „Das war ein großer Schreck."

Mama holte ein dickes Kissen aus der Ecke. „Wenn die Wut so laut ist, braucht sie einen sicheren Platz", erklärte sie. Maja durfte mit beiden Pfoten fest in das Kissen boxen. Einmal. Zweimal. So lange, bis ihre Arme müde wurden.

Danach setzte Mama sich neben sie. „Jetzt atmen wir", sagte sie leise. Gemeinsam atmeten sie tief ein und langsam wieder aus. Fünf Atemzüge lang.

Majas Herz wurde ruhiger. Der Knall in ihrem Kopf war nur noch ein leises Pochen.

„Was war dir wichtig?", fragte Mama.

„Mein Bild", sagte Maja leise. „Ich wollte, dass es schön wird."

Mama nickte. Gemeinsam überlegten sie, was sie aus dem roten Fleck machen könnten. Bald entstand eine große, leuchtende Blume. Paul durfte beim Malen helfen.

Maja lächelte vorsichtig. Sie hatte gelernt: Wut darf laut sein – aber sie darf niemanden verletzen. Und manchmal entsteht aus ihr sogar etwas Neues.

🥊 Die Kissen-Technik – Wut sicher rauslassen

Diese Übung hilft Kindern, ihre körperliche Wut-Energie sicher abzubauen:

  • Einen sicheren Ort wählen: Ein Kissen, eine Matratze oder ein weiches Sofa
  • Wut körperlich ausdrücken: In das Kissen boxen, stampfen oder schreien
  • Danach zur Ruhe kommen: 5 tiefe Atemzüge nehmen
  • Über die Wut sprechen: „Was hat mich so wütend gemacht?"

Wichtig: Die Wut darf raus – aber nicht an Menschen, Tieren oder wertvollen Dingen. Ein Kissen ist perfekt, weil es niemanden verletzt und die Energie trotzdem einen Ausweg findet.

💡 Gesprächsanregung für Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Was ist mit Majas Bild passiert?
• Wie hat sich Maja gefühlt, als die Farbe umgekippt ist?
• Was war der „große Knall" in Majas Kopf?
• Was hat Mama Maus gemacht, um Maja zu helfen?
• Was ist am Ende aus dem roten Fleck geworden?
• Kennst du das Gefühl, wenn etwas nicht nach Plan läuft?
• Was hilft dir, wenn du sehr wütend bist?

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