Paul war ein freundlicher Junge mit vielen Gedanken im Kopf. In seinem Kopf waren die Gedanken oft schneller als seine Worte. Manchmal sprudelten sie einfach heraus, manchmal blieben sie stecken. Besonders dann, wenn viele Menschen um ihn herum waren.
An diesem Morgen sollte Paul im Kindergarten einen Stuhlkreis machen. Die Erzieherin hatte angekündigt, dass jedes Kind etwas erzählen durfte: von seinem Wochenende, von einem Lieblingstier oder von etwas, das es besonders mochte. Als Paul das hörte, zog sich etwas in seinem Bauch zusammen.
Er wusste genau, was er erzählen wollte. Er hatte am Wochenende mit seinem Papa einen Drachen steigen lassen. Der Drachen war hoch geflogen, höher als alle anderen. Paul hatte gelacht und sich frei gefühlt. Doch jetzt, im Kindergarten, fühlte sich alles ganz anders an.
Als der Stuhlkreis begann, hörte Paul die anderen Kinder sprechen. Manche redeten laut und schnell, andere leise, aber alle redeten. Mit jedem Kind, das an der Reihe war, klopfte Pauls Herz ein bisschen schneller. Seine Hände wurden feucht, und seine Füße wollten sich am liebsten unter den Stuhl verstecken.
„Was, wenn ich die falschen Worte sage?", dachte Paul. „Was, wenn alle lachen?" Er spürte, wie sein Gesicht warm wurde. Dieses Gefühl kannte er gut. Es war Unsicherheit, gemischt mit Scham.