Paul liebte es zu bauen. Mit Bauklötzen, Kartons oder allem, was sich stapeln ließ. In seinem Kopf hatte er oft ganz genaue Bilder davon, wie etwas aussehen sollte. Wenn es dann genauso wurde, fühlte sich Paul stark und zufrieden.
An diesem Nachmittag wollte Paul einen besonders hohen Turm bauen. Einen, der höher war als der Tisch, höher als der Stuhl, fast bis zum Fenster. Er setzte Klotz auf Klotz, ganz vorsichtig. Seine Zunge lugte ein wenig aus dem Mund, so sehr konzentrierte er sich.
Doch kurz bevor der Turm fertig war, wackelte er. Ein leises Klacken, dann fiel alles zusammen. Die Klötze rollten über den Boden.
Pauls Brust wurde heiß. Sein Herz schlug schneller. Schon wieder, dachte er. Er begann sofort von vorn. Schneller diesmal. Fester.
Der Turm fiel wieder.
Paul spürte, wie sich etwas Hartes in ihm zusammenzog. Seine Augen brannten. Er wollte schreien, die Klötze wegwerfen, aufgeben – und gleichzeitig weitermachen.
„Das ist doof!", rief er laut.
Sein Papa, der im Raum daneben war, kam dazu. Er sagte nichts, setzte sich nur neben Paul.