Emma war ein ruhiges Mädchen mit großen Augen. Sie hörte gern zu und dachte viel nach, bevor sie sprach. In der Schule saß sie oft am Fenster und beobachtete die Wolken, während die Lehrerin erklärte. Emma verstand vieles gut, doch manchmal fehlte ihr ein kleines Stück.
An diesem Tag ging es um Zahlen. Die Lehrerin schrieb Aufgaben an die Tafel. Emma rechnete mit, doch plötzlich blieb sie hängen. Eine Zahl passte nicht in ihren Kopf. Emma spürte, wie ihr Bauch sich zusammenzog. Ihre Hand lag still auf dem Tisch.
Ich könnte fragen, dachte sie. Doch sofort kamen andere Gedanken. Was, wenn die Frage dumm ist? Was, wenn die anderen lachen?
Emma schaute sich um. Die anderen Kinder schrieben weiter. Niemand schien Probleme zu haben. Emma fühlte sich klein. Sie wusste: Wenn sie nichts sagte, würde sie es später auch nicht verstehen. Trotzdem blieb ihre Hand unten.
Dieses Gefühl war kein lauter Mut, sondern seine Abwesenheit. Und genau das machte es so schwer.