Das Zimmer des Lernolotl war nicht schmutzig. Es war einfach... bewohnt.
Auf dem Boden lagen drei Bücher, die er gerade alle gleichzeitig las. Daneben ein halb fertiges Puzzle von Meereslebewesen — das er angefangen hatte, weil ihm beim Frühstück eingefallen war, dass er noch nie einen Seestern von oben gesehen hatte. Neben dem Puzzle: Buntstifte, die er eigentlich weggelegt hatte, dann aber nochmal rausgeholt hatte, weil er etwas markieren wollte. Er wusste nicht mehr was.
Mama stand in der Tür.
Sie sagte nichts. Das war manchmal schlimmer als wenn sie etwas sagte.
„Ich räum das auf", sagte der Lernolotl.
„Wann?", fragte Mama.
Das war eine faire Frage. Er hatte sie gestern auch schon beantwortet. Und vorgestern. Und das Zimmer sah immer noch gleich aus.
Das Problem war nicht der Wille. Der Lernolotl wollte aufräumen. Wirklich. Er fand Ordnung sogar angenehm, wenn sie da war. Das Problem war das Anfangen. Er stand mitten im Zimmer, sah das Chaos und sein Gehirn sagte: Das ist zu viel. Wo soll ich beginnen? Alles auf einmal geht nicht. Also vielleicht... gar nicht?
Und dann saß er auf dem Boden und las im Meerestier-Buch.