Der Lernolotl hatte ihn Kalli genannt.
Kalli war ein Axolotl — rosa, mit kleinen Kiemen wie ein Kopfschmuck aus Federchen. Er schwamm langsam durch sein Becken und schaute immer leicht verwundert. Der Lernolotl liebte ihn vom ersten Tag an.
Mama und Papa hatten lange überlegt, bevor sie Ja gesagt hatten. Sie hatten Fragen gestellt: Was braucht ein Axolotl? Wer kümmert sich, wenn du in der Schule bist? Kannst du jeden Tag füttern — auch wenn du vergessen hast zu schlafen, auch wenn du müde bist, auch wenn Lea nervt?
Er hatte Ja gesagt. Zu allem.
Die ersten zwei Wochen hatte das gestimmt. Kalli bekam jeden Abend seine kleinen Pellets. Das Wasser wurde gewechselt. Der Filter geprüft. Der Lernolotl hatte eine Liste — und er hatte die Liste abgehakt. Das war gut. Das konnte er.
Dann kam die Woche mit dem Mathe-Test. Und dem Schulfest-Stress. Und dem Abend, an dem er so müde gewesen war, dass er direkt eingeschlafen war.
Kalli hatte zwei Tage kein Futter bekommen.