Staffel 1 ‱ Episode 3

Das Geheimnis der Wasserpumpe

Nach dem aufregenden Freundschaftstag mit Lilli, der kleinen Gartenmaus, hört Tom ein geheimnisvolles Platschen. Was verbirgt sich wohl bei der alten Wasserpumpe im Garten?

Das Geheimnis der Wasserpumpe

Am dritten Kindergartentag wachte Tom mit einem besonderen GefĂŒhl auf. Es war nicht mehr aufregend oder ein bisschen unheimlich wie am ersten Tag. Nein, heute fĂŒhlte es sich vertraut an – wie nach Hause kommen. Er freute sich darauf, Mia, Felix, Alva und natĂŒrlich Lilli wiederzusehen.

Beim FrĂŒhstĂŒck zu Hause erzĂ€hlte er Mama von dem geheimnisvollen Platschen, das sie gestern gehört hatten. „Mama, da ist etwas beim Wasser im Garten. Etwas, das GerĂ€usche macht."

Mama lĂ€chelte. „Vielleicht ein Frosch? Oder ein kleiner Vogel, der badet?"

Tom schĂŒttelte den Kopf. „Es klang grĂ¶ĂŸer. Und es hat
 vibriert."

Im Kindergarten angekommen, stĂŒrmten die vier Freunde sofort in den Garten. Die alte Wasserpumpe aus Holz stand am Rand des Spielplatzes, umgeben von bunten Blumen und einem kleinen Kieselsteinweg. Sie war schon ein bisschen morsch, aber sie funktionierte noch – wenn man krĂ€ftig pumpte, kam klares, kaltes Wasser heraus.

„Hört ihr das?", flĂŒsterte Mia und blieb stehen.

Alle lauschten. Plitsch, platsch, plitsch.

Das GerÀusch kam nicht von oben, sondern von unten.

„Unter der Pumpe?", fragte Felix unglĂ€ubig.

Tom kniete sich hin und spĂ€hte durch die Holzbretter. Es gab dort einen kleinen Spalt, durch den man hindurchsehen konnte. Und tatsĂ€chlich – es glitzerte! Etwas Nasses, etwas Bewegliches.

„Was ist das?", fragte Alva gespannt.

Frau Sonnenschein kam mit einem Eimer in der Hand vorbei. „Ah, ihr habt die Pumpe entdeckt. Wisst ihr, unter der Pumpe ist ein kleiner, unterirdischer Bach. FrĂŒher hat man daraus das Wasser fĂŒr den Garten geholt."

„Ein Bach? Unter uns?", staunte Tom.

„Ja. Aber es gibt da ein Problem." Frau Sonnenschein seufzte. „Irgendwas blockiert den Durchfluss. Das Wasser kommt nicht mehr richtig durch. Deshalb mĂŒssen wir es jetzt aus dem Haus holen."

Tom sah seine Freunde an. Dann fragte er mutig: „Können wir helfen?"

Frau Sonnenschein lĂ€chelte. „Das wĂ€re wunderbar. Aber seid vorsichtig – es ist rutschig und eng."

Und genau da begann das nÀchste Abenteuer...

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Die Kinder zogen sich Gummistiefel und alte Jacken an. Frau Sonnenschein gab ihnen kleine Taschenlampen und einen langen Stock mit einem Netz dran – so etwas wie ein Kescher, aber stabiler.

„Wenn ihr vorsichtig seid und nicht zu weit geht, könnt ihr versuchen, die Blockade zu finden", erklĂ€rte sie. „Aber bleibt immer zusammen!"

Tom, Mia, Felix und Alva nickten ernst.

Sie hoben gemeinsam die schweren Holzbretter unter der Pumpe an. Darunter war ein schmaler Zugang, fast wie eine kleine Höhle. Das Wasser floss trÀge und leise, aber man konnte deutlich sehen, dass es irgendwo stockte.

„Ich gehe zuerst", sagte Felix mutig.

„Nein, wir gehen alle zusammen", widersprach Tom sanft. „Frau Sonnenschein hat gesagt, wir sollen zusammenbleiben."

Felix nickte. „Du hast recht."

Sie rutschten vorsichtig hinein. Der Boden war kĂŒhl und ein bisschen feucht, aber nicht gefĂ€hrlich. Die Taschenlampen erhellten die WĂ€nde – sie waren aus alten Steinen gebaut, zwischen denen Moos wuchs. Es roch nach Erde und frischem Wasser.

„Das ist wie in einer Schatzhöhle", flĂŒsterte Mia begeistert.

Sie gingen ein paar Schritte weiter. Das Wasser um ihre FĂŒĂŸe herum wurde tiefer – aber nur bis zu den Knöcheln. Tom leuchtete nach vorne. Dort, etwa drei Meter entfernt, sah er etwas Dunkles im Wasser liegen.

„Da ist es!", rief Alva.

Sie wateten nĂ€her heran. Es war ein großer Ast, der quer ĂŒber den Bach gefallen war. Daran hatten sich BlĂ€tter, Moos und sogar ein alter Stoffbeutel verfangen.

„Kein Wunder, dass das Wasser nicht durchkommt", stellte Tom fest.

„Können wir das wegrĂ€umen?", fragte Felix.

Mia griff nach dem Netz-Stock und versuchte, den Ast zu ziehen. Er bewegte sich – aber nur ein kleines bisschen.

„Zu schwer fĂŒr eine allein", murmelte sie.

„Dann machen wir es zusammen", sagte Tom bestimmt.

Alle vier packten an. Felix und Alva hielten den Ast, Tom und Mia zogen am Netz. Sie zogen, zerrten, rutschten fast aus – und dann, mit einem lauten Platsch!, gab der Ast nach.

Das Wasser begann sofort schneller zu fließen. Es gurgelte, sprudelte und sang fast wie ein kleiner Wasserfall.

„Wir haben es geschafft!", jubelte Felix.

Doch plötzlich bemerkten sie etwas Seltsames.

Im Stoffbeutel, der am Ast gehangen hatte, glitzerte etwas.

Etwas Buntes.

Etwas Geheimnisvolles...

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Tom nahm den Beutel vorsichtig aus dem Wasser. Er war nass und schwer, aber nicht kaputt. Als er ihn öffnete, kamen lauter kleine, bunte Steine zum Vorschein – rund geschliffen, glĂ€nzend und wunderschön.

„Das sind Edelsteine!", rief Mia ĂŒberrascht.

„Nein", korrigierte Alva lĂ€chelnd. „Das sind Glasmurmeln. Aber sehr alte."

Tom hielt eine hoch und das Licht seiner Taschenlampe ließ sie funkeln wie einen echten Diamanten. „Sie sind trotzdem wunderschön."

Als sie wieder nach oben kletterten, wartete Frau Sonnenschein bereits auf sie. „Ihr habt es geschafft! Das Wasser fließt wieder!", rief sie begeistert.

Die Kinder zeigten stolz die Murmeln. Frau Sonnenschein staunte. „Diese Murmeln gehörten frĂŒher den Kindergartenkindern von vor vielen, vielen Jahren. Sie mĂŒssen vor langer Zeit hier heruntergefallen sein."

„DĂŒrfen wir sie behalten?", fragte Felix hoffnungsvoll.

„NatĂŒrlich. Ihr habt sie gefunden – und ihr habt den Bach gerettet. Das ist ein doppelter Schatz."

Tom strahlte. Er teilte die Murmeln gerecht unter seinen Freunden auf. Jeder bekam ein paar, und die schönste – eine mit goldenen Streifen – legten sie in Lillis neues MĂ€usehaus als Geschenk.

Am Ende des Tages saß Tom auf der Bank im Garten und sah zu, wie das Wasser jetzt wieder klar und fröhlich aus der Pumpe sprudelte. Mia setzte sich neben ihn.

„Weißt du was, Tom? Zusammen können wir alles schaffen."

Tom nickte. „Ja. Und morgen gibt es bestimmt wieder etwas Neues zu entdecken."

„Glaubst du?", fragte Mia neugierig.

Tom grinste. „Im Kindergarten gibt es immer etwas zu entdecken."

Und er hatte recht.

Denn am nĂ€chsten Tag, als die Sonne aufging und Tom wieder zum Kindergarten ging, bemerkte er etwas Seltsames an der großen Eiche neben dem Eingang.

Etwas hing dort. Etwas Flatterndes.

Etwas, das vorher nicht da gewesen war...

Was konnte das nur sein?

Ein neues RĂ€tsel wartet auf Tom...

Was wird er wohl in Episode 4 entdecken? ✹

💡 GesprĂ€chsanregung fĂŒr Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

‱ Was wĂŒrdest du tun, wenn du einen unterirdischen Bach entdeckst?
‱ Warum war es wichtig, dass die Kinder zusammengearbeitet haben?
‱ Hast du schon mal etwas Altes oder Verstecktes gefunden?
‱ Was glaubst du, hĂ€ngt an der Eiche beim Kindergarten?

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