Über den Köpfen der Kinder knackte es erneut. Ein tiefes, hölzernes Knarren ging durch die Krone des Apfelbaums, als würde dort oben ein riesiges Gewicht liegen. Tom spürte, wie der kleine Wasserschlüssel in seiner Hand warm wurde, fast so, als reagierte er auf das Geräusch.
„Da oben… bewegt sich was", flüsterte Mia.
Alle blickten gespannt hoch. Die Äste waren dicht voller Blätter, und Regentropfen glitzerten darauf wie kleine Sterne.
„Vielleicht sitzt ein Vogel da", sagte Alva zögerlich.
„Ein sehr schwerer Vogel", murmelte Felix.
Leo ging vorsichtig einen Schritt vor. „Der Wassergeist sagte, dass unter dem Baum etwas versteckt ist. Vielleicht… passiert oben nur etwas, weil unten etwas auf uns wartet."
Tom nickte. „Dann müssen wir nachsehen. Aber vorsichtig."
Sie umrundeten den Stamm des Apfelbaums. Von Nahem wirkte der Baum größer als sonst – als würde er sich plötzlich mächtiger aufrichten. Ein Ast schüttelte sich, und ein roter Apfel fiel direkt vor Toms Füße.
„Vielleicht will der Baum uns etwas zeigen", sagte Mia.
Tom hob den Apfel auf. Er war ungewöhnlich schwer. Als er ihn drehte, entdeckte er auf der Unterseite ein eingraviertes Symbol: ein kleiner Kreis mit einem Wasserzeichen in der Mitte – genau wie das Muster auf dem Wasserschlüssel.
„Das gehört zusammen!", rief Felix begeistert.
Leo kniete sich hin. „Aber was sollen wir damit machen?"
In diesem Moment vibrierte der Boden leicht. Ein dumpfer Ton drang aus der Erde, als würde darunter ein riesiges Herz schlagen.
„Das kommt von da!", rief Tom und deutete auf eine Stelle hinter dem Baumstamm.
Zwischen zwei Wurzeln schimmerte etwas Blaues. Ein Licht, das vorher nicht sichtbar gewesen war.
„Da ist ein Eingang!", rief Mia.
Gerade als sie näherkamen, ertönte ein lautes Poltern in der Baumkrone.
Alle blickten panisch nach oben.
Etwas fiel herunter.
Etwas Großes.
Und es landete direkt vor ihnen.