Willi hatte nach seinem großen Tiefsee-Abenteuer eigentlich vorgehabt, einfach ein paar Tage auszuruhen. Mama hatte ihm sogar frische Algenkekse gebacken, und Onkel Hans hatte gesagt:
„Junge, jetzt mach erst mal Urlaub. Abenteuer laufen nicht weg."
Doch genau in der Nacht, in der Willi sich schlafen legen wollte, geschah etwas Seltsames: Die Muschel, die seit dem Ende seiner Reise nur noch ein schwaches Licht von sich gab, leuchtete plötzlich hell auf. Nicht hektisch. Nicht warnend. Sondern warm und freundlich – wie eine Einladung.
Willi setzte sich auf. „Na schön… Urlaub klingt gut. Aber wo?"
Am Morgen kroch er mit der Muschel hinunter zum Strand. Das Meer lag still da, wie ein großes, schläfriges Tier. Die Wellen plätscherten leise, und die Sonne war warm wie eine weiche Decke. Willi hielt die Muschel ans Ohr, so wie er es früher bei normalen Muscheln getan hatte – und zu seinem Erstaunen hörte er diesmal nicht nur Rauschen.
Er hörte ein leises Flüstern.
„Willi… Insel… komm…"
Willi schaute ungläubig auf die Muschel. „Eine Urlaubsinsel? Für mich?"
Die Muschel glühte wieder kurz.
Damit war die Entscheidung gefallen.
Er stieg in sein U-Boot, das geduldig am Ufer wartete, und strich zärtlich über die runde Scheibe. „Na gut, mein Freund. Doch ein kleines Abenteuer noch… aber ein ruhiges, klar? Urlaub eben."
Plopp – das U-Boot glitt ins Wasser.
Die Strömung fühlte sich heute anders an. Nicht ziehend, nicht drängend – eher wie eine sanfte Hand, die ihn in eine bestimmte Richtung schob. Nach einiger Zeit sah Willi etwas, das er noch nie zuvor gesehen hatte: Eine riesige, glasklare Kuppel tief unter der Oberfläche. Dahinter… lag eine Insel.
Mit Strand.
Mit Palmen.
Mit kleinen bunten Häusern.
Eine ganze Welt unter Wasser – geschützt und leuchtend.
Willi riss die Augen auf. „Das… ist mein Urlaubsort?"
Die Kuppel schimmerte freundlich, als würde sie nicken.